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Auf Einladung des Stadtverbandes Paderborn trafen sich interessierte Parteimitglieder aus dem gesamten Kreisgebiet, um über die verschiedensten schulpolitischen Themen zu diskutieren, Informationen über die Entwicklungen in den einzelnen Gemeinden auszutauschen und zu versuchen, eine gemeinsame Grundhaltung zu den von Ort zu Ort stark unterschiedlichen Entwicklungen zu finden. Die Veranstaltung wurde von Georg Senn, Mitglied des Kreisschulausschusses und stellvertretender Bundesvorsitzender des Verbandes der Lehrer an Wirtschaftsschulen, sachkundig moderiert. Als Gast stand weiterhin der Beigeordnete der Stadt Paderborn, Wolfgang Walter, zuständig für Bildung und Soziales, für alle Fragen zur Verfügung. Anwesend waren Parteivertreter aus Paderborn, Borchen, Büren, Hövelhof, Bad Lippspringe und Lichtenau. Anfangs schilderten die Schulpolitiker die bildungspolitischen Fragestellungen vor Ort und wiesen auf die Probleme im Zusammenhang mit einer kreisweiten Planung der Schullandschaft hin. Dabei wurde deutlich, dass vor allem die Zukunft der Hauptschule, das Errichten von Gesamtschulen, die neue Schulform Verbundschule, sowie die Zukunft kleiner Grundschulen die politische Arbeit in den einzelnen Gemeinden prägen. Wünschenswert wäre es in diesem Zusammenhang gewesen, wenn sich auch Parteifreunde aus Delbrück bzw. Salzkotten an der Veranstaltung beteiligt hätten, da in diesen beiden Städten besonders gravierende Veränderungen der Schullandschaft geplant sind. Ebenso vermisst wurde trotz mehrmaligen Bemühens ein Vertreter des Kreisschulamtes. Obwohl mehrere Wochen vor der Veranstaltung bereits beim Kreis ein Referent angefragt wurde, hielt man es seitens des Kreises wohl nicht für nötig, mit den Kommunalpolitikern der FDP ins Gespräch kommen zu können. Trotzdem entwickelten sich angeregte Diskussionen und am Ende konnten fünf Leitlinien erarbeitet werden, an denen sich liberale Schulpolitik kreisweit ausrichten sollte: 1. Jede Gemeinde hat individuell ganz unterschiedliche schulpolitische Probleme, teilweise sind sie finanziell begründet, teilweise der demographischen Entwicklung geschuldet, teilweise sogar durch die politisch Handelnden zu verantworten. Jede Gemeinde muss daher zu einer individuellen Antwort auf diese Probleme kommen. Es erscheint nicht möglich einen „liberalen Masterplan“ für das gesamte Kreisgebiet zu erstellen. 2. Die schulpolitische Diskussion wird viel zu sehr quantitativ geführt. Jeder Ort hantiert mit Schülerzahlen und Statistiken, um seine schulpolitischen Planungen zu begründen. Viel zu wenig Beachtung finden jedoch qualitative Standards, an denen sich jedoch die FDP-Bildungspolitik ausrichten sollte. Individuell vor Ort heißt das, dass die Bildungschancen für jeden einzelnen Schüler bei allen Entscheidungen Vorrang vor Strukturfragen haben sollen. 3. Das Modell der sogenannten Sekundarschule wird prinzipiell als ein gangbarer Weg erachtet, um vor Ort zukunftsorientierte Schulstrukturen zu erhalten bzw. zu schaffen. 4. Der Wunsch nach dem Erhalt von „Kleinstgrundschulen“ in den jeweiligen Gemeindeteilen darf nicht zu einer Verschlechterung des Bildungsniveaus führen. Prinzipiell befürwortet die FDP daher größere Grundschulzentren, an denen eine stabilere personelle Versorgung gesichert ist und auch eine individuelle Förderung und spezifische Angebote (z.B. Fremdsprachen, Sport, Kulturelles) möglich sind. 5. Kooperationen zwischen den Gemeinden des Kreises, aber auch darüber hinaus, sind wünschenswert und wichtig und sollten von der FDP vor Ort unterstützt werden. Teilweise ist es sogar nötig, dass die FDP solche Initiativen einleitet bzw. auf den Weg bringt, um das „Kirchturmdenken“ der Bürgermeister und Ortsvorsteher zu überwinden. 6. Den Eltern der Grundschüler muss flächendeckend die Möglichkeiten der höheren Abschlüsse incl. Vollabitur an den Berufskollegs des Kreises Paderborn verdeutlicht werden. Die Teilnehmer wünschen sich, dass die Veranstaltung eine Fortsetzung erfahren soll, bei der sich schulpolitisch interessierte FDP-Mitglieder aus dem gesamten Kreisgebiet mit Vertretern der Wirtschaftsverbände (IHK, Kreishandwerkerschaft, Mittelstand, etc.) über die Anforderungen an Schulabgänger informieren können. Die Koordination dieser im Frühjahr stattfindenden Veranstaltung wird der Kreisverband übernehmen.
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